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Gründen ohne Gründungszuschuss – geht denn das?!

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Ja – das geht! Sie dürfen sich in der Bundesrepublik Deutschland jederzeit gründen. Sie melden Ihr Gewerbe an oder holen sich beim Finanzamt Ihre Steuernummer und schon geht es los. Der Nachteil: Der Übergang vom Angestelltendasein in die Selbständigkeit wird finanziell nicht abgefedert und sie verbauen sich unter Umständen weitere Fördermöglichkeiten.

Beispielsweise ist die Bewilligung für das Programm „Gründercoaching Deutschland“ der KfW Bankengruppe nur mit dem Gründungszuschuss  möglich. Im 1. Jahr Ihrer Selbständigkeit würde Ihnen damit für 40 h ein kompetenter Berater zur Seite stehen, den Sie sich selbst in der Beraterbörse aussuchen können. 90 % der Beratungsleistung erhalten Sie als Förderung.

Update 2014:
Diese Fördermöglichkeit ist zum 31.12.2013 ausgelaufen. Bis zum 30.06.2014 können jedoch Gründer eine andere Fördervariante des Programms “Gründercoaching Deutschland” in Anspruch nehmen, bei der Beratungsleistungen bis zum 5. Jahr nach der Gründung gefördert werden. In Berlin gibt es eine Förderung in Höhe von 50 %, im Land Brandenburg von 75 %.

Laut Koalitionsvertrag der Großen Koalition soll es in Zukunft das neue Förderinstrument “Gründerzeit” geben.

Wenn Sie ohne jede Unterstützung gründen, dann sollten Sie diesen Schritt noch sorgfältiger durchdenken.

Hier die 7 wichtigsten Tipps aus der startbox:

  1. Wenn Sie angestellt sind, gründen Sie vorerst im Nebenerwerb. Dann müssen Sie nicht sofort von Ihren Einnahmen das Überleben sichern. Es hat zudem den Vorteil, dass Sie erst einmal ausprobieren können, ob Ihre Geschäftsidee funktioniert. Sie können nebenher Ihre Selbständigkeit aufbauen und wenn Sie der Meinung sind, dass diese tragfähig ist, den Schritt in die volle Selbständigkeit wagen. Nachteil: Da Sie sich nicht voll auf die neue Tätigkeit konzentrieren können, wächst dieser Bereich langsamer. Das kann schon mal unbefriedigend sein. Deshalb nicht die Geduld verlieren.
  2. Als ALG II Empfänger können Sie Einstiegsgeld beantragen. Das ist ein Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts über maximal 24 Monate. Die Höhe der Förderung beträgt 50 % des ALG II – Regelsatzes plus 300 Euro. Es wird nur gewährt, wenn eine hauptberufliche selbständige Tätigkeit aufgenommen wird.
  3. Denken Sie auch an Ihr persönliches Umfeld. Wer, wenn nicht Freunde und Familie glauben an Sie?! Fragen Sie mal nach, wer Ihnen Geschäftsanteile abkaufen würde. Die Teilsummen können Sie vertraglich verzinsen und tilgen. Man kann diesen Vertrag auch über eine Online-Kreditbörse wie smava abwickeln lassen.
  4. Suchen Sie sich einen Honorarjob, mit dem Sie erst einmal Ihre wichtigsten Ausgaben decken. Der Job hat im Idealfall mit Ihrer Selbständigkeit zu tun. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie an dieser Arbeit Freude haben und Ihnen genug Zeit bleibt, Ihre Selbständigkeit zu entwickeln! Beispielsweise kennen wir Gründer, die nebenbei Demenzkranke in einer WG betreuen, Stadtführungen anbieten, Sprachunterricht geben oder bei Messen aushelfen.
  5. Vermeiden Sie bei der Gründung unnötige Kosten. Für viele ist das Homeoffice erst einmal ausreichend oder Sie suchen sich einen Coworking-Arbeitsplatz (betahaus, mobilesuite). Für Kunden, die Sie nicht im Homeoffice empfangen möchten, mieten Sie sich stundenweise einen Raum, der Ihnen gefällt. Auch bei der Geschäftsausstattung muss nicht gleich alles perfekt sein. Vermeiden sollten Sie zwar selbstgemachte Visitenkarten, aber es müssen nicht gleich die mit dem Prägedruck sein. Das alte Notebook, der Drucker, der Schreibtisch, der Arbeitssessel – die Dinge, die sie haben, tun es erst einmal auch.
  6. Suchen Sie sich Kooperationspartner und bauen Sie sich ein eigenes Netzwerk auf. Die meisten Aufträge kommen von Menschen, die Sie weiterempfehlen. Diese Menschen können einerseits Partner sein, mit denen Sie sowieso zusammenarbeiten. Andererseits gibt es diverse Businessnetzwerke. Sehen Sie sich diese an und wählen Sie aus:
    → Was passt zu mir?
    → Wo sind die Leute, die meine Dienstleistung/mein Produkt benötigen?
    → Wählen Sie dann gezielt aus, welches Netzwerk wirklich zu Ihnen passt!
  7. Und ganz wichtig: Durchhalten! Sie müssen nicht sofort perfekt sein. Aber seien Sie konsequent. Bleiben Sie dran, an ihrem Geschäft und lassen Sie sich von Kritik oder Fehlschlägen nicht entmutigen. Die passieren jedem. Probieren Sie Dinge aus, aber lassen Sie auch los, wenn es nicht passt.


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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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